Eine ganze Reihe meiner Werke zeigt klar erkennbare Strukturen – meist in Form von Streifen. Diese Bildsprache fasziniert mich seit vielen Jahren und begleitet mich schon über einen großen Teil meines künstlerischen Weges.
Noch bevor ich zur Malerei fand – etwa Ende der 1980er-Jahre – beschäftigte ich mich intensiv mit Fotokollagen. Mit einem Skalpell schnitt ich meine eigenen, teils großformatigen Fotografien in schmale Streifen oder andere geometrische Formen. Diese Fragmente setzte ich anschließend neu zusammen. Manchmal kombinierte ich unterschiedliche Motive, manchmal verwendete ich zwei oder sogar drei Abzüge desselben Fotos.
Zerstören, um Neues zu schaffen
Der besondere Reiz lag für mich im bewussten Zerstören des Vorhandenen, um daraus etwas völlig Neues entstehen zu lassen. Aus Fragmenten wurden neue Bildräume, neue Perspektiven, überraschende visuelle Effekte. Das ursprüngliche Motiv trat in den Hintergrund – entscheidend war das neu geschaffene Gesamtbild.
Als ich später begann, mit Acryl auf Leinwand zu arbeiten, kehrte ich gedanklich zu dieser Arbeitsweise zurück. Ich wollte ähnliche visuelle Spannungen erzeugen wie in meinen Fotokollagen – jedoch ohne zuvor geschaffene Werke zu zerstören.
So entwickelte ich eine eigene Klebetechnik: Die Leinwand wird in klar abgegrenzte Segmente oder Streifen unterteilt, die ich nacheinander oder parallel gestalte. Erst wenn der letzte Klebestreifen entfernt ist, offenbart sich das gesamte Bild.
Überraschende Farbverläufe und neue Perspektiven
Das Ergebnis dieser Arbeitsweise zeigt sich auf zwei Ebenen:
Auf den ersten Blick wirken meine Bilder ruhig und strukturiert. Die klaren Linien geben dem Auge Halt. Auf den zweiten Blick entfalten sich überraschende Farbverläufe, starke Kontraste und neue Perspektiven.
Die Streifen sind dabei kein dekoratives Element – sie sind ein zentrales Gestaltungsmittel. Sie verbinden Ordnung und Aufbruch, Struktur und Experiment.
Und vielleicht liegt genau darin ihre anhaltende Faszination für mich.






